Spitzenwerte für Braunschweiger Lernplattform „IServ“
Homeschooling bedeutet für die digitale Schul-Plattform eine Belastungsprobe mit 1,5 Millionen Videokonferenzen pro Tag. Bislang läuft alles.
Katja Dartsch, 18.12.2020Beim Homeschooling im zweiten Lockdown greifen Schulen verstärkt auf digitale Lernplattformen zurück. Die Schul-Plattformen „Lernraum“ in Berlin und „Mebis“ in Bayern aber haben in den vergangenen Tagen mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt: In Berlin fiel das System aus noch ungeklärten Gründen aus, in Bayern ist es hoffnungslos überlastet aufgrund der vielen Zugriffe.

Über IServ bleiben Lehrer mit ihren Schülern in Kontakt, können sie mit Aufgaben versorgen und Videokonferenzen abhalten. Foto: Ulrich Perrey / dpa
IServ bedient von Braunschweig aus 4500 Schulen
In Braunschweig arbeiten fast alle Schulen mit „IServ“. Hier gebe es bislang keine Probleme, sagt Frank Vollmer, Sprecher des Unternehmens: „IServ läuft weiterhin ohne nennenswerte Perfomance-Probleme.“ Bundesweit organisieren 4500 Schulen mit mehr als 2,2 Millionen Nutzern ihren Schulalltag über IServ. Lehrer und Schüler kommunizieren via Chats, Mails und Foren. Seit Beginn des ersten Lockdowns gibt es auch eine Funktion für Videokonferenzen.
Gegründet wurde IServ übrigens nicht im Silicon-Valley, sondern in Braunschweig: Die Erfolgsgeschichte begann 2001 als Schüler-Projekt bei Cola und Currywurst an der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule. Jörg Ludwig und Felix Klose ergatterten damit bei „Jugend forscht“ den dritten Platz auf Bundesebene. Die Firma mit Sitz am Bültenweg beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter.
1,5 Millionen Videokonferenzen am ersten Tag des Lockdowns
Am vergangenen Mittwoch, dem ersten reinen Homeschooling-Tag im aktuellen Lockdown, liefen über IServ rund 1,5 Millionen Videokonferenzen. „Wir waren vorbereitet und hatte die Serverkapazitäten im Vorfeld verzehnfacht, später noch einmal hochskaliert“, so Vollmer. Datenschutzkonform sei das System im Gegensatz zu manch’ anderer Plattformen auch, betont er.